Fünf Empfehlungen zur Verbesserung der Attraktivität des Lehrkräfte-Berufs
Studienergebnisse auf der Landespressekonferenz am 6.10.26 präsentiert
Thema: Die Veröffentlichung der Ergebnisse unserer Studie "Ansatzpunkte zur Verbesserung der Attraktivität des Lehrberufs in Mecklenburg-Vorpommern" (LINK) fällt in die Zeit der Sondierungsgespräche und Neuformierung der Landesregierung in Mecklenburg-Vorpommern. Insofern darf man gespannt sein, wieviel Aufmerksamkeit sie erhält. Das Thema Bildung sollte eine wichtige Rolle spielen, denn die Situation in den Schulen des Landes ist angespannt.
Lösungsvorschläge liegen vor
Im März wurde bereits die Ausgangslage vorgestellt und festgestellt, dass eine hohe psychische Belastung aufgrund der Arbeitsintensität besteht und 29% der Lehrkräfte sich in der Gratifikationskrise befinden. Gezeigt wurde der hohe Anteil von Risikogruppen unter Lehrkräften und die Folgen: 50% der Lehrkräfte empfehlen ihren Beruf nicht weiter, der Beruf ist nicht mehr attralktiv.
Zum Schluss ging es daher um die Lösungsmöglichkeiten: Wie bewerten Lehrkräfte die Maßnahmen, die u.a. im Rahmen des "Bildungspaktes Gute Schule 2030" umgesetzt worden sind. Wie bewerten sie die Qualität der Umsetzung des Seiteneinstiegs in den Lehrberuf. Welche Lösungsvorschläge machen Lehrkräfte darüber hinaus? Auf der Grundlage der Befunde wurden fünf wissenschaftliche Empfehlungen vorgestellt (Präsentation)..
- Strukturelle Entlastung: Reduzierung der Pflichtstunden, Abgabe von Verwaltungs- und IT-Aufgaben an Fachkräfte, Anrechnung von Klassenleitungen, Zeitausgleich für „unteilbare Aufgaben“ für Teilzeitkräfte
- Gelingender Seiteneinstieg und professionelle Unterstützung: Qualifizierung vor Unterrichten, systematische Einarbeitung und langfristiges Mentoring im Seiten-einstieg. Gezielte Unterstützung bei Inklusion u.a. durch Multi-Professionelle Teams
- Wertschätzende Schulkultur: Förderung psychologischer Sicherheit, kollegiale Fallberatung und wertschätzende Schulleitung und Schulkultur.
- Arbeitszeitmanagement: Verbindliche Arbeitszeiterfassung, Arbeitszeitgespräche, mit dem Ziel der Entlastung und Verbesserung des Umgangs mit Zeit in der Schule.
- Digitale Gerechtigkeit: Gleichwertige Ausstattung aller Schulen, Schulstrategien für die Entwicklung des digitalen Lehrens und Lernens, Ausbau digitaler Kompetenzen.
Die Landesvorsitzende der GEW M-V, Ulrike von Malottki, nutzte die Ergebnisse, um von der künftigen Landesregierung Maßnahmen zu fordern (Link), um den Arbeitsplatz Schule wieder deutlich attraktiver zu machen. Die GEW sieht darüber hinaus den Bildungspakt als gutes Instrument, um verbindliche Verabredungen mit der Regierung zu treffen.
Berichtet haben soweit bislang bekannt.